Das Leben danach

All in für spekulative Szenarien über die Zukunft, je weiter draußen, desto besser!

Willkommen in der Zukunft! Die Straßen leeren sich, die Chaträume und Netzwerke haben Frühling. Facebook schaufelt wieder tonnenweise Klicks durch das Web, im deutschen App-Store trenden Apps für Reddit. Vor vielen Jahren genutzte Autovermietungen schreiben mir freundliche Corona-Mails. Teile der Wirtschaft mögen still stehen, Teile der Öffentlichkeit lahmgelegt werden. Aber die Welt hält nicht an, das Leben macht nicht Pause. Wir sind online.

When the going gets tough, the tough get easy listening music, und damit meine ich neuen Funk, der an die 60er und 70er erinnert: Alle Songs von Skinshape auf YouTube, zum Beispiel “I Won’t Be There”.

Das Leben danach

All in für spekulative Szenarien über die Zukunft, je weiter draußen, desto besser: Wie könnte sich die Welt verändern, wenn wir an einigen Parametern drehen. Was können wir uns überhaupt noch vorstellen. Das ist hilfreich, spannend, notwendig! Vor allem, wenn man nicht regressive Phantasien pflegt, in denen Menschen endlich wieder Bücher lesen und lieber in den von Grenzen gesicherten Wald gehen als online (hust, Horx, hust). Oft folgen literarische Seuchen-Erzählungen dem Misanthropen-Muster: Kaum bricht die Ordnung weg, geht das Wolfsein los.

Aber diesmal haben wir das Internet. Diese Geschichte, unsere Geschichte wird eine völlig andere sein.

  • Durch Corona wird das Internet zur Selbstverständlichkeit: “Erstmals wird die Generation derjenigen, die vor dem Internet geboren wurden, aus eigenem Erleben von einer Erfahrung berichten, die die Eingeborenen des Digitalzeitalters seit Jahren verbindet: Sie werden spüren, wie großartig, wie hilfreich digitale Vernetzung sein kann.”

Was Dirk von Gehlen schreibt, mag für viele selbstverständlich sein. Aber hier müssen Erzählungen über unsere Zukunft ansetzen, ob nun vorwärts- oder rückwärtsblickend. So, wie sich das gerade entwickelt, haben wir ja noch ein paar Wochen.

Die Welt ohne uns

Das Internet mit uns

Diese Links hält nur ein Chrome-Browser zusammen.

  • The time is now: Auf YouTube hat jemand eine Rede von Killer Mike für Bernie Sanders mit der Musik aus “Inception” und diversen Wahlkampf-Clips hinterlegt. The time is now! Sanders sammelt gerade Geld für besonders Betroffene der Corona-Krise.

  • Pizza Speakeasy: In Portland treffen sich pizzabackende Freunde und tauschen Rezepte und Pies – hier sind ein paar Fotos – was virtuell nicht ganz, aber eben doch auch funktioniert.

  • Getrennt Podcasts aufnehmen: Mit der Software Zencastr kann man Menschen an verschiedenen Orten gleichzeitig in guter Qualität aufnehmen (okay, das Mikro und der Ort müssen schon auch noch passen). In der Corona-Krise frei für alle, beliebig lange Aufnahmen (guys, drei Stunden sind mindestens zwei zu viel), beliebig viele Gäste.

  • Death in Space: Jede Menge ausgedachte, schreckliche und komische Weltraum-Unfälle von Tom Lucas.

Hände waschen nicht vergessen!

  • Besser einseifen: Wenn man sich schon ständig die Hände wäscht, warum nicht mit sehr gut riechender Flüssigseife von Aesop? Das ist kein Werbelink, eher die Offenbarung: Ja, ich habe Seife im Wert von einem Dutzend Packungen Trockenmango gekauft. Ich bereue nichts. Aktuell ohne Versandkosten (als ob die noch eine Rolle bei den Preisen spielen würden).

  • Instagram-Seife: Gibt’s auch etwas günstiger und mindestens ebenso gut riechend von Jean & Len, die mich auch nicht für den Link bezahlt haben.

  • A Hand Washing Meditation for the Covid-19 Era: “A quick n' weird meditation to listen to while washing your hands. Guaranteed to leave your hands AND brain cleaner.”

THEFUTURE ist ein Newsletter von Ole Reißmann. Es geht um das Internet, Medien und die Zukunft. Es geht um alles.