Haltungsjournalismus

Ich habe über Geheimdienst-Hacker und die Snowden-Enthüllungen berichtet, einen Laptop abhörsicher gemacht und meine E-Mails verschlüsselt. Trotzdem bin ich nicht völlig paranoid und freue mich über neue Technik. Also, dachte ich mir, probiere ich Gadgets aus, die das Leben einfacher und besser machen sollen – und bald schon allgegenwärtig sein könnten. Erste Folge:

Wenn die Rückenwanze brummt

Jetzt bin ich auf der Suche nach neuen, weirden, lebensverändernden Gadgets und bin dankbar für jeden Hinweis. Es muss nicht alles gleich zu Nacktfotos führen und mit Fitness zu tun haben.

Drop List: William Gibsons “Agency” ist draußen.

THEFUTURE ist ein Newsletter von Ole Reißmann. Es geht um das Internet, Medien und die Zukunft. Es geht um alles.

glowing white orb

Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Zukunft. Seit einigen Jahren existiert ein journalistisches Genre, das gut mit “How to be anonymous in the age of surveillance” überschrieben werden kann und auch genau so überschrieben wird, zum Beispiel in der aktuellsten Auflage von Melissa Hellmann in der Seattle Times, einer Übersicht, was man im Januar 2020 anstellen muss und überhaupt noch anstellen kann, um im öffentlichen Raum unentdeckt zu bleiben: Special sunglasses, license-plate dresses: How to be anonymous in the age of surveillance.

Lustig oder tragisch ist allerdings, dass man zum Beispiel mit strahlenden Sonnenbrillen erst so richtig auffällt, auf den Bildern der Kameras und mutmaßlich auch an Checkpoints, wo Menschen mit Autorität in privaten Sachen herumkramen.

Später wird man die Artikel dieses Genres nebeneinander legen und die jeweilige Überwachungsmoden ablesen können, die technischen Entwicklungen und die Versuche von Hackern und Künstlern, von Zivilgesellschaft, dem etwas entgegenzusetzen.

Humblebrag: Ich habe selbst zum Genre beigetragen, unter anderem 2014, als ich mit zwei Freundinnen Handytaschen aus Abschirmvlies genäht und in einem gewissen Keller in Berlin einen Laptop gehärtet habe. Wobei beide Artikel streng genommen nur Puzzlestücke sind.

THEFUTURE ist ein Newsletter von Ole Reißmann. Es geht um das Internet, Medien und die Zukunft. Es geht um alles.

Es gibt nur cool und uncool und wie man Daten schützt

  • Ämter und Behörden müssen zunehmend ihre Accounts auf Social Media dichtmachen, weil “Datenschutz”. Aus sicherlich irgendwie guten Gründen. Aber mit fatalen Folgen. Mathias Müller von Blumencron wütet im Tagesspiegel von “falsch verstandenem Datenschutz, der sich gegen die Menschen kehrt und im übrigen seine eigene Legitimation untergräbt”.

  • An allen erdenklichen Ecken des Netzes poppen nun Cookie-Warnungen auf, oft mit wirklich sehr kleiner Schrift. Manchmal kann man Cookies ablehnen, oft nur auf “Okay” klicken. So oder so ist der Nutzen mehr als fraglich, wie auch erste Zahlen aus der Industrie zeigen: “We’re back to 1999 all over again with pop-ups everywhere, and it’s beyond annoying.” (Emily Stewart bei Recode) Vor allem spielt die europäische Regulierung offenbar gerade vor allem Google und Facebook in die Hände: Wer schon Daten hat (bzw. ein eingeführtes beliebtes Produkt), dem wird gegeben.

  • In seinem Ausblick für 2020 fasst Digitaldenker tante den Umgang mit den Quasi-Monopolen im Web in einem seiner Punkte zusammen: “Der bisherige Umgang mit dieser Herausforderung ist oft entweder geprägt von Affirmation (‘Living La Vida Google’), Fundamentalopposition oder Hilflosigkeit.”

THEFUTURE ist ein Newsletter von Ole Reißmann. Es geht um das Internet, Medien und die Zukunft. Es geht um alles.

Zukunftsangst

Es ist Montag. Zeit für eine bittere Geschichte aus der seelenlosen Zukunft, a.k.a. der amerikanischen Service-Hölle: ein online gebuchter Besuch bei der zweitgrößten Kinokette der USA.

This is the future, I’m afraid. A future that plans on everything going right so no one has to think about what happens when things go wrong. Because computers don’t make mistakes. An automated future where no one actually knows how things work.

I went to see a movie, and instead I saw the future, Jason Fried, Signal v. Noise

Ist die deutsche Version davon der Bahnangestellte, der einen Kinderwagen nicht in den Wagen tragen darf, weil Versicherung? Und dann trotzdem behauptet, den Fahrgästen werde mit Rat und Tat zur Seite gestanden?

Gleichzeitig gibt es diese Geschichten: Eine erfolgreiche Bäckerei in Miami möchte diese Jahr erstmal besser werden und dann erst weiter wachsen. (via cyp)

THEFUTURE ist ein Newsletter von Ole Reißmann. Es geht um das Internet, Medien und die Zukunft. Es geht um alles.

Die Megatrends 2020 👀

Klar haben wir alle die Predicitions for Journalism 2020 beim Nieman Lab gelesen. Klingt alles gut, wir müssen, sollten, könnten. Tief durchatmen. Was Social-Media-Expertinnen und -Experten für das kommende Jahr erwarten, sammelt Jörgen Camrath. Auch das ist ein guter Überblick und Abgleich, womit sich die Medienhäuser in Deutschland gerade beschäftigen. Vor allem werden dieses Jahr viele Fragen gestellt.

Das Jahr der Priorisierung und der Fokussierung.

Ruft Johanna Röhr vom SPIEGEL aus. Word!

THEFUTURE ist ein Newsletter von Ole Reißmann. Es geht um das Internet, Medien und die Zukunft. Es geht um alles.

Loading more posts…